RISIKOFAKTOR SITZEN

„SITZT DU NOCH ODER STEHST DU SCHON?“

Vor ein paar Tagen, ich saß in meinem Auto und war auf dem Weg zu Arbeit, warnte mich das Radio… Eigentlich nichts Außergewöhnliches. Dieses Mal jedoch nicht vor einem Stau oder glatten Straßen – nein, das Radio warnte vor dem Sitzen.

Richtig gelesen, vor dem Sitzen! Das was wir alle jeden Tag reichlich tun… Laut des aktuellen Reports „Wie gesund lebt Deutschland?“ der DKV (Deutsche Krankenversicherung) verbringen wir mehr als die Hälfte unserer wachen Zeit damit zu sitzen: am Frühstückstisch, auf dem Weg zur Arbeit in Auto, Bus oder Bahn, im Büro, beim Mittagessen, im Nachmittagsmeeting, auf der Heimfahrt, beim Abendessen, beim Treffen mit Freunden, im Kino, vor dem Fernseher und und und. Siebeneinhalb Stunden pro Tag sitzt der Deutsche durchschnittlich.

Die Studie spricht vom „Risikofaktor Sitzen“ und stellt die Wirkung von dauerhaftem Sitzen mit den Auswirkungen von Nikotin- oder Alkoholkonsum auf die Gesundheit gleich. Wie die Studie erforscht hat, wurde wiederholt bestätigt, dass ein Zusammenhang zwischen langen Sitzzeiten und der Zunahme der Sterblichkeitsrate besteht… Denn dauerhaftes Sitzen beeinflusst den Stoffwechsel und den Energieverbrauch des Körpers negativ. Jetzt denken Sie sicherlich, naja, in der Arbeit vorm PC geht es ja nicht anders. Aber erstaunlich war, dass lediglich 24 Prozent der Sitzzeiten auf die berufliche Tätigkeit fallen. Die restliche „Sitz-Zeit“ verteilt sich auf Fernsehen auf der Couch, vor dem Computer sitzen, Freizeitaktivitäten und von Ort zu Ort zu fahren. Na, wo sitzen Sie jetzt gerade;-)? Sicherlich geht es Ihnen genau wie mir als ich das erste Mal von diesen Ergebnissen hörte – ich hatte ein schlechtes Gewissen… und konnte in diesem Moment nichts dagegen tun (zur Arbeit laufen oder mit dem Rad zu fahren wäre in meinem Fall doch etwas weit).

Als ich mich näher damit beschäftigte wurde es nur schlimmer; ich dachte an alle Gelegenheiten, in denen man (lieber) sitzt, wollte jedoch auch sofort den Text im Stehen weiterlesen. Denn Stehen, so die DKV-Studie, gehört bereits zu den leichten körperlichen Aktivitäten. So werde ich versuchen zukünftig weniger zu sitzen, wenn es denn möglich ist. Ich nehme mir also vor bei Wind und Wetter in der Mittagspause an die frische Luft zu gehen, zum Kollegen im Büro nebenan zu laufen und mich im Stehen mit ihm zu besprechen, statt im Sitzen/Liegen einen Film zu gucken lieber nebenbei zu bügeln (im Stehen, das versteht sich von selbst). Und wann immer es möglich ist, verlasse ich mich auf meine zwei Beine oder meinen alten Drahtesel und bewege mich. Oder ich nehme diese Jahr an dem Firmenlauf B2RUN teil...

Quelle und weitere Informationen zur Studie erhalten Sie hier:  http://www.dkv.com/downloads/20150126-DKV-Report-2015-Wie-gesund-lebt-Deutschland.pdf ODER http://www.ergo.com/de/Presse/Overview/Pressemappen/DKV-Report/Publikationen-2015

 

TEXT Lena Winter

  


 KOMMENTARE


Kommentar von Carolin Frank, 09.02.2015 - Rückenschmerzen? Mit mir nicht mehr!! 

Als ich den Blogbeitrag zum „Risikofaktor Sitzen“ gelesen habe (natürlich in ganz bequemer Haltung auf dem Sofa mit dem Laptop auf dem Schoß!), habe ich erst einmal ein deutliches Unbehagen verspürt – und unmittelbar danach ebenfalls den dringenden Wunsch nach Veränderung. Aber wie kann ich meinen persönlichen „Risikofaktor Sitzen“ mindern? Ich bin der klassische Schreibtischtäter, fahre im Auto zum Büro und sehe mir abends zur Entspannung gerne einen guten Film an. Der berüchtigte „innere Schweinehund“ trägt sein Übriges dazu bei. Und meine Physiotherapeutin plagt sich dann damit herum, diese Nachlässigkeiten wieder einigermaßen zu reparieren und meine gestresste Muskulatur zu entspannen. Doch Experten sind sich einig: 90 Prozent aller Rückenschmerzen müssten nicht sein. Denn die meisten Menschen haben lediglich verlernt, vernünftig mit ihrem Rücken umzugehen. Die gute Nachricht aber ist: Was man verlernt hat, kann man auch wieder erlernen. Auf der Suche nach alltagstauglichen Lösungen für mehr Bewegung und Gesundheit bin ich auf das neue, interessante AGR-Rückenbuch gestoßen. Ein informativer Ratgeber mit sehr guten Tipps rund um das Thema Rückengesundheit, den ich allen „Dauersitzern“ nur empfehlen kann. Einige der Übungen lassen sich auch ganz problemlos am Arbeitsplatz machen. Vielleicht haben ja auch die Kollegen Spaß an mehr Bewegung? Denn gemeinsam geht es bekanntlich immer besser!
„Das große AGR-Rückenbuch" (ISBN 9783936119121) ist bei amazon als Taschenbuch oder als eBook erhältlich.
http://www.agr-ev.de/de/start/382-rueckenschmerz-ade-das-grosse-agr-rueckenbuch-klaert-auf


 

Kommentar von Oliver Porteck, 10.02.2015 - …auch in bin betroffen und bemühe mich um Abhilfe


Ich habe mit großem Interesse diesen Bericht und diese Studie gelesen und dadurch meine Lebens- und Verhaltensweise näher analysiert. Mit großem Erschrecken habe ich festgestellt, wie wenig Rücksicht ich auf meinen Körper und v.a. meinen Rücken nehme: morgens mal schnell mit dem Auto zum Bäcker; oft lümmle ich auf der Couch oder der Eckbank; täglich ca. 8 - 9 Stunden am Schreibtisch sitzen und und und. Die Folge: meine teilweise schlimmen Rückenschmerzen. Ich habe auch Freunden und Kollegen diesen Beitrag gezeigt und siehe da, fast alle haben das gleiche Problem. Jetzt wundern wir uns nicht mehr, woher unsere Rückenprobleme kommen… und wollen aktiv was dagegen tun. Privat habe und werde ich meine Lebensweise in Bezug auf meinen Rücken komplett ändern. Mehr laufen, mehr Fahrrad fahren und in Zusammenarbeit mit meiner Physiotherapeutin  habe ich mir noch eine Akupressur-Matte zugelegt (da man ja nicht jeden Tag einen Termin bei der Massage bekommt.) So kann ich selbst ein wenig dafür sorgen, dass die Rückenmuskulatur besser durchblutet wird, sich Verspannungen etwas lösen und es gar nicht erst zu den schlimmen Schmerzen kommt. Mein persönliches Fazit: zu einem gesunden Leben sind die innere Haltung sowie eine gesunde Form von Selbstdisziplin entscheidend. Das ist schon die halbe Miete!


 

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